Über uns

Schon immer habe ich die Welt mit anderen Augen gesehen und intensiv erlebt. Ich war eines der glücklichen Kinder, die frei und unbehelligt in Stadt und Natur aufwachsen konnten. Niemand hielt mich davon ab, alleine und verträumt durch die „Wildnis“ zu streifen, und so war ich immer auf der Suche nach magischen Orten und Dingen, die über die rationale Welt hinausgingen. Wo andere nichts Besonderes sahen, erlebte ich ein reiches Wirrwarr an intensiven Sinneseindrücken, Gefühlen, Erlebnissen, Träumen und Gedanken.

In meiner Arbeit als Ergotherapeutin wurden mir schon früh „heilende Hände“ nachgesagt. Mit einer gesunden Portion Skepsis hatte ich lange darüber gelächelt, bis sich nach der Geburt meines Kindes alles veränderte. Ich wurde in jeder Hinsicht noch empathischer als ohnehin schon. Ein großer Schlüsselmoment kam für mich in einer Zeit, in der sich mein kleiner Sohn mit starken Schmerzen am Boden wälzte. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn mit meiner Seele zu berühren, denn tatsächlich anfassen ließ er sich nicht. Und da begann ich wirklich zu fühlen. Aus dem schon zuvor wahrgenommenen Kribbeln an meinen Händen wurden die ersten gezielten Heilversuche nach Bauchgefühl, die bei uns beiden kleine Wunder wirkten.

Ich begab mich auf die Suche nach einer Methode, meine neu entdeckten Fähigkeiten auszubilden, doch nichts schien zu mir zu passen. Bis heute weiß ich nicht, warum ich den Suchbegriff „Runen“ ins Internet eingab. Mit „solcherlei Dingen“ hatte ich mich nie befasst. Doch aus einem inneren Drang heraus wühlte ich mich auf der Suche nach authentischer Runenarbeit mühsam durch alles, was es zu Runen zu finden gab, und war vorerst enttäuscht: Bunte Farbe auf Baumscheiben und Heilsteinen, Runenyoga, Wahrsager, Zahlenmystik und dutzende Bücher von Autoren die vorgaben, die Runen entschlüsselt und ergründet zu haben. Esoterische Überreste, rechtsradikaler Missbrauch und neu erfundene Räder waren scheinbar alles was es über die Runen zu lernen gab. Beinahe wollte ich frustriert das Handtuch werfen, als ich auf schicksalhafte Weise meinen Runenpapa fand.

Selbst würde er sich nie einen „Runenmeister“ nennen,  doch seit über 40 Jahren lebt er praktische Runenarbeit. Er warf mit altem Wissen und Begrifflichkeiten um sich, die Google vor Neid erblassen ließen. Seine Kenntnisse stammen nicht aus Büchern. Viele Jahrhunderte lang bildete seine Familie über Generation hinweg runische Schamanen, Heiler und andere Spezialisierungen von Runern aus. Das alte Erbwissen seiner Familie ruht auf Wurzeln der Hammaburg – worauf sich das heutige Hamburg gründete. Mein liebenswerter, manchmal mürrischer und reichlich schelmischer Lehrmeister stellte von Anfang an eines klar:

Die Arbeit mit Runen erfordert sehr viel Zeit, und es gibt keine ‚Abkürzung‘ auf dem Weg zum Runenmagier. (…) Wenn man für eine einzelne Meditationssitzung nur zwanzig Minuten veranschlagt und von mindestens 10 Sitzungen pro Rune ausgeht, um wenigstens ein Grundverständnis der Kraft und Wirkung einer Rune zu erhalten, muss man 80 Stunden meditieren. Um die Wechselwirkungen der einzelnen Runen untereinander zu verstehen, muss man mit zwei Runen gleichzeitig meditieren. Dabei müssen sämtliche Kombinationen berücksichtigt werden! Nimmt man wieder nur 20 Minuten pro Sitzung und zehn Sitzungen als Mindestmaß, kommt man schon auf 1840 Stunden. Das sind (rein rechnerisch) zusammen 80 Tage ununterbrochener Meditation. Damit hat man sich im besten Fall ein Grundverständnis der Runenmagie erworben. Wer diese Zeit nicht aufbringen kann, sollte lieber gleich die Finger davon lassen.“

Von diesem Versuch diejenigen fernzuhalten, die nicht bereit sind, echtes Herzblut aufzubringen, ließ ich mich nicht abschrecken. Mein naturgegebener Zugang zu den Runen und die unermüdliche Unterstützung meines Runenpapas befähigten mich, über meine Grenzen hinaus zu wachsen. Schneller als ich es für möglich gehalten hätte, ließ ich meine Schicksalsschläge hinter mir, sprengte meine Ketten und sprang mit vielen Tränen über meinen Schatten. Eine „unmögliche“ Gegebenheit nach der anderen stellte mein Leben und meinen Glauben völlig auf den Kopf. Jetzt habe ich meine Ängste, für verrückt gehalten und in Schubladen gesteckt zu werden, abgelegt. Ich wage den Schritt in die Öffentlichkeit, um all die Wunder zu teilen, die mich heute von Herzen strahlen lassen.